Weg und trotzdem dabei – mit Egon im „Überallbüro“

Seit Anfang Juli bin ich für drei Monate auf Reisen. Die Strecke von Mexiko über Guatemala und Belize nach Honduras liegt hinter mir, Nicaragua, Costa Rica und Panama liegen noch vor mir. Mit im Gepäck: mein Laptop, viele Ideen, einige ToDos und vor allem riesig Lust auf meine Projekte, wie z. B. Egopreneurship.

Exakt 8898.185 km Luftlinie liegen zwischen Köln und Utila. Aber WiFi, Skype, Huddle und natürlich Email machen möglich, dass unser Egon Stück für Stück weiter wächst – und ich zwar weg, aber von meinem „Überallbüro“ aus trotzdem dabei bin.

Mich und meine Projekte orts- und zeitunabhängig zu verwirklichen: Das ist für mich Egopreneurship pur. Es ist abzusehen, dass auch Arbeitgeber in Zukunft mehr und mehr auf eMobility setzen werden. Eine Pionierposition nimmt dabei die amerikanische Firma Netflix ein, die eine feste Urlaubsregelung abgeschafft hat. Jeder Mitarbeiter kann so viel Urlaub nehmen, wie er möchte. Einzige Bedingung ist, dass die Chefs wissen, wo ihre Mitarbeiter sind und ob deren Aufgaben von ihnen aus der Ferne oder einem Kollegen übernommen werden.

Ähnlich losgelöst von Raum und Zeit funktioniert auch Egopreneurship: die räumliche Distanz zwischen Köln und Berlin ermöglicht uns einen großen Aktionskreis und ein weites Netzwerk. Wir investieren zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten und in unterschiedlichem Umfang in unseren Egon, je nach Commitment, Zeit und Lust.

Für mich werden elektronische Medien den persönlichen Kontakt nie vollständig ersetzen können. Als Unterstützer geistiger und räumlicher Flexibilität ermöglichen sie jedoch eine wichtige Grundlage für Innovation und Motivation. Und der Erfolg gibt uns Recht: Netflix, Egopreneurship und mir :-)


Famous Failures


Hamburg Leadership Seminar

Es gibt den schönen Begriff “Momentum”. Man investiert Energie in ein Projekt - und ganz plötzlich nimmt es Fahrt auf, entwickelt eine Eigendynamik. Ganz ähnlich geht es mir gerade mit dem Egopreneurship Projekt.
Seit über einem Jahr arbeitet unser Team (hauptsächlich virtuell) an der Idee “Selbstbestimmt Leben - Selbständigkeit schaffen”. Ein erstes Egopreneurship-Seminar hat stattgefunden, ein anderes musste leider abgesagt werden. Es gab kleine Höhepunkte, herbe Rückschläge und jede Menge Arbeit, von der man nicht so recht wusste: “rentiert sich das?”
Seit einigen Wochen scheint sich eine Antwort auf diese Frage abzuzeichnen. Sie lautet: “Ja!!!” Immer mehr Menschen nehmen Notiz von unserem Projekt, stellen Fragen, zeigen Interesse UND möchten dabei sein! Es gibt bereits eine lange Liste von Seminarinteressenten. Die Unis Köln und Braunschweig möchten unser Seminar, bzw. unser Großgruppenevent “kaufen”. Warum? Wahrscheinlich weil wir einen Nerv treffen… und weil es Netzwerke gibt.
Ein Großteil des Interesses resultiert aus persönlichen Kontakten, deren Aufmerksamkeit wir erregt zu haben scheinen. Einen Kern dieses Interessennetzwerks dürfte wohl die Studentenorganisation AIESEC bilden. Dort haben einige von uns ihre ersten Projekte realisiert und auch (obwohl Verein) unternehmerischen Erfahrungen gesammelt.
Gute Kontakte zum aktuellen AIESEC-Netzwerk haben uns schon einige Anfragen beschert. Beim Hamburg Leadership Seminar in Scharbeutz an der Ostsee war es nun so weit. Wir durften das erste mal auf einer größeren Konferenz auftreten und unsere “Weisheiten” verkünden.
“Surfing the Change” war der Titel des Kurzworkshops. Trotz eines massiven Katers von der vortäglichen Vatertagstour wurde dieser sportliche Titel umgesetzt. “Wie kann ich selbstbestimmt durch den Wandel navigieren?” - so lautete die zentrale Frage. Aktive Teilnehmer ließen den Kater schnell vergessen und halfen bei der Entfaltung des Themenfeldes. Eine großartige Veranstaltung, mit großartigen Teilnehmern, hat so zu einem großartigem Motivationsschub geführt. Dankeschön!
Der Kurzworkshop wurde außerdem unmittelbar danach von einer Freundin für die Wirtschaftsjunioren in Frankfurt am Main nachgefragt. Danke Netzwerk, danke Momentum;-)


Lebst Du Dein Leben gut?


Ein Jahr mit Egon

Der erste Geburtstag eines Kindes ist für Eltern immer etwas Besonderes. Bei Egon freuen sich sogar sechs Eltern über den Zwerg, mit dem sie so viel erlebt haben. Aber von Anfang…

Jonas, Lara, Norbert, Sascha, Sonja und Jana - im Folgenden die Sechs - lernten sich fast alle bei der Imagine 2008 kennen. Zunächst noch schüchtern, was der eine vom anderen hielt, wurden sehr bald gemeinsame Interessen entdeckt und es funkte. Da kam Sonjas „Visionsgruppe“ in Köln gerade Recht, um gemeinsam mit anderen in regelmäßigen Abständen ihren Gedanken Raum zu geben. Es wurde über einzureißende Mauern oder die Bedeutung von Glück geredet und schon bald wurde ein roter Faden erkennbar. Die Sechs stellten alle samt fest, dass Selbstbestimmtheit der wichtigste Treiber ihrer beruflichen Zufriedenheit ist.

Statt sich auf dieser Erkenntnis auszuruhen wollte das Sechsergespann die Beziehung abseits der Visionsgruppe vertiefen und vor allem sein Glück teilen - wie verliebte Pärchen das eben so tun. 1000 Fragen ließen die Köpfe rauchen: „Reden wir hier über Selbständigkeit oder Unternehmertum?“, „Sag mal, ich kenn in meinem Freundeskreis lauter Leute die genau das beschäftigt. Du auch?“, „Wie können wir den Gedanken weiter tragen?“ u.s.w. Nach nur einem Treffen im eisigen Februar in Lara’s Wohnung war es da. Quasi in Hausgeburt. Tja und nun? Wie die Jungfrau zum Kinde standen die Sechs um ihr Werk herum – ohne zu wissen woher es nun so plötzlich kam und was genau damit zu machen ist, geschweigedenn wie es heißen soll. Zaghaft stupsten sie es an und nannten es anfänglich unsicher „Selbständigkeits-Dings“. Eins war aber allen klar: die Welt soll von diesem Baby Wind bekommen! Und weil die Sechs ihre Kompetenzen klar im Coaching sahen waren die Leitlinien der Erziehung auch bald festgelegt: Worte wie OpenSpace, WorldCafe, Seminar waren erste Vokabeln welche sie dem kleinem Zwerg beizubringen versuchten. Als die Dreimonats-Choliken (Endlose Zielgruppendiskussion) des Baby’s vorbei waren, wurde nun doch die Taufe fällig. Und alle fragten auch schon danach. Egopreneurship – Ich?Selbst?Ständig? schien den Nagel auf den Kopf zu treffen und die Eltern nannten es manchmal auch liebevoll Egon.

Egopreneurship wurde schnell flügge und manchmal konnte es ihm aber nicht schnell genug gehen. Zum Beispiel wollte es unbedingt an die Uni. Freunde zu finden sollte dort bekanntlich am leichtesten gehen. Im Juni fiel das aber leider ins Wasser und Egon war ganz traurig. Egal, aufgeben steht außer Frage. Wozu gibt es denn das Internet, dachten sich die Sechs. Und siehe da: www.egopreneurship.de, Egons Facebook Profil und das neumodische Twitter lockten die Aufmerksam merklich auf den Neuankömmling. Das Baby hatte nun Freunde! Vom Enthuisasmus überwältigt und der Fürsorge getrieben planten die Sechs daraufhin eine Party mit allen Freunden, die Egon bis dato gefunden hatte. Die Party sollte Mitte November in Köln stattfinden und lief unter dem Motto „Egopreneurship Seminar“. Egons Eltern waren bis kurz vorher verunsichert ob kommen würden, denn alles war ganz liebevoll geplant und organisiert. Aber die Gäste kamen und alles war viel schöner als erträumt: In einem Seminarraum der Evangelischen Studentengemeinschaft in Köln wurden 2 Tage gelernt und gelacht, ausgetauscht und erfahren. Wie bei jeder guten Party blieben die begeisterten Gäste sogar mit Egon in Kontakt!! Die Eltern waren jedenfalls stolz wie Oskar: „Unser Baby lernt laufen!“ riefen sie verzückt! Die Unsicherheit darüber, wie die Welt Egopreneurship aufnehmen würde, verschwand. Stattdessen stellte sich bei den Sechs das wohlige Gefühl ein, bei dem Zwerg vieles richtig gemacht zu haben. Trotzdem ist die Reise nicht vorbei und die Sechs sprudeln nur so vor Ideen, wie Egon weitere Freunde gewinnen könnte. Es bleibt also spannend: Eine kleine Schwester hat Egon mit Ella schon bekommen und die nächste Party ist ja schon in Planung….


Erstes Egopreneurship Seminar in Köln

14.-15. November war es soweit, und das erste Egopreneurship Seminar fand statt. Zielgruppe waren zunächst Menschen aus unserer Freundeskreisen, doch schnell bereicherten auch ein paar unbekannte” Gesichter in der Runde. Dank der tollen Örtlichkeit in der ESG Köln stellte sich schnell eien vertraute Atmosphäre ein. Ein Higlight: Es gab unter anderem eine moderne Kapelle, deren Boden komplett mit Sand ausgefüllt war - ein toller Ort zum Reflektieren. Es wurden tolle Ideen erdacht oder weiterentwickelt, wie z.B. eine sich selbstfinanzierende Weltreise, ein alternativer Kindergarten, ein Ideenbahnhof, ein Entschleunigungshaus, eine Schulberatung oder eine etwas andere Fast Food Kette. Das Konzept Menschen in unterschiedlichen Phasen des Nachdenkens über Selbstständigkeit zusammen zu bringen ging voll auf. Die “Anfänger” konnten den “Fortgeschrittenen” mit ihrer Neugier und unvoreingenommenen Herangehensweise echte denksprünge verschaffen, umgekehrt konnte die Erfahrung und das Wissen einige Abkürzungen im Denken eröffnen.


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